Die Bestimmung der Sexualhormone ist eine labordiagnostische Untersuchung zur Beurteilung der Hormonspiegel, die die Reproduktionsfunktion, die sexuelle Entwicklung und das allgemeine endokrine Gleichgewicht regulieren. Der Test dient der Diagnostik endokriner Störungen, von Infertilität, Zyklusstörungen sowie hormonabhängiger Erkrankungen.
Wann ist eine Bestimmung der Sexualhormone erforderlich?
- Bei Menstruationsstörungen, Amenorrhö oder Dysmenorrhö.
- Bei Infertilität bei Frauen und Männern – zur Beurteilung des hormonellen Status.
- Bei Verdacht auf hormonelles Ungleichgewicht – Akne, Haarausfall, Adipositas, ausgeprägte Gewichtsschwankungen.
- Zur Diagnostik des polyzystischen Ovarialsyndroms (PCOS), der Endometriose oder von Uterusmyomen.
- Bei verminderter Libido oder erektiler Dysfunktion beim Mann.
- Während der Schwangerschaft – zur Kontrolle der fetalen Entwicklung und der Plazentafunktion.
- Bei Störungen der Pubertätsentwicklung bei Jugendlichen.
- Zur Verlaufskontrolle einer Hormontherapie.
Welche Hormone werden bestimmt?
- FSH (Follikelstimulierendes Hormon) – reguliert die Ovarialfunktion und die Spermatogenese.
- LH (Luteinisierendes Hormon) – steuert die Ovulation bei Frauen und die Testosteronproduktion beim Mann.
- Estradiol (E2) – zentrales weibliches Sexualhormon mit Bedeutung für Entwicklung und Reproduktion.
- Progesteron – relevant für die Vorbereitung auf eine Schwangerschaft und die Regulation des Menstruationszyklus.
- Testosteron – wichtigstes männliches Sexualhormon mit Einfluss auf Sexualfunktion, Muskel- und Knochenstoffwechsel.
- Dehydroepiandrosteronsulfat (DHEA-S) – Vorstufe von Sexualhormonen mit Einfluss auf Libido und Stoffwechsel.
- Prolaktin – reguliert die Laktation und beeinflusst die Reproduktionsfunktion.
- Anti-Müller-Hormon (AMH) – Marker der ovariellen Reserve, relevant in der Fertilitätsdiagnostik.
Wie wird die Untersuchung durchgeführt?
- Vorbereitung – Blutentnahme nüchtern; 24 Stunden zuvor Vermeidung von Stress, intensiver körperlicher Belastung und Alkoholkonsum.
- Zyklustag – bei Frauen Bestimmung von FSH, LH und Estradiol in der Regel am 3.–5. Zyklustag, Progesteron am 21.–23. Zyklustag.
- Blutentnahme – venös.
- Laboranalyse – Bestimmung der Hormonspiegel mittels ELISA oder Chemilumineszenz-Immunoassay.
- Befundübermittlung – in der Regel innerhalb von 1–3 Tagen.
Interpretation der Sexualhormonwerte
- Erhöhte FSH- und LH-Werte – möglich bei Ovarialinsuffizienz, Menopause oder PCOS.
- Erniedrigte FSH- und LH-Werte – Hinweis auf Hypophysenfunktionsstörung oder Hypogonadismus.
- Erhöhtes Estradiol – möglich bei Ovarialzysten, hormonproduzierenden Tumoren oder Leberfunktionsstörungen.
- Erniedrigtes Estradiol – Ovarialinsuffizienz, Anovulation oder hypophysäre Störungen.
- Erhöhtes Testosteron bei Frauen – Hinweis auf Hyperandrogenämie oder PCOS.
- Erniedrigtes Testosteron beim Mann – mögliche Störung der Spermatogenese oder verminderte Libido.
- Erhöhtes Prolaktin – Hyperprolaktinämie oder Hypophysentumoren.
- Erniedrigtes Progesteron – Risiko einer Lutealphaseninsuffizienz oder Abortgefährdung.
Wesentliche Vorteile der Bestimmung der Sexualhormone in Belarus
- Frühzeitige Diagnostik endokriner und reproduktiver Störungen.
- Hormonelle Verlaufskontrolle während der Schwangerschaft.
- Hohe analytische Genauigkeit moderner Labormethoden.
- Beurteilung der ovariellen Reserve und Fertilitätsprognose.
- Therapiekontrolle bei hormonellen Behandlungen.
Die Untersuchung wird in führenden Laboratorien in Belarus unter Einsatz moderner diagnostischer Technologien durchgeführt. Fachärztinnen und Fachärzte unterstützen bei der Befundinterpretation und verweisen bei Bedarf an Endokrinologie, Gynäkologie oder Andrologie.